Teilnahme am Bundeswettbewerb "Jugend gründet"

Die Schüler der Fachoberschule (FOS12 und FOS13), die Auszubildenden zum Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau sowie die Schüler des gymnasialen Kooperationskurses Sozial­wissen­schaften/Wirtschaft haben die Möglichkeit, im Rahmen eines zwei-wochenstündigen Projektkurses am Bundeswettbewerb Jugend gründet teilzunehmen.

"Jugend gründet" ist ein zweistufiger bundesweiter Online-Wettbewerb des Bundes­ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für Schülerinnen, Schüler und Auszubildende. Jeweils ab September startet "Jugend gründet" in das Wettbewerbsjahr mit der Ideenfindungs- und Businessplanphase. Jeweils im Februar beginnt mit einem  Unternehmensplanspiel die zweite Wettbewerbsphase (vgl. www.jugend-gruendet.de).

 

Am Anfang steht die Idee: Bei "Jugend gründet" werden aus innovativen Geschäftsideen in den Sektoren Industrie, Dienstleistung und Handel Businesspläne entwickelt. Nachdem eine potenziell erfolgversprechende Geschäftsidee gefunden ist, müssen die Schüler in drei- bis fünfköpfigen Teams die einzelnen Elemente eines Businessplans (zu Grunde liegende Technologien und Verfahren, verfolgte Produktpolitik, Schlüsselaktivitäten, Schlüsselressourcen und Schlüsselpartner, Kundengruppen/Zielgruppen, Konkurrenzbeziehungen, Kommunikationspolitik, Distributionspolitik, Erlösstruktur, Preispolitik, Absatzprognose und Produktname) einschließlich ein umfänglichen Dokumentation der begründenden Quellen entwerfen. Dies verlangt von den Schülern ein hohes Maß an eigenverantwortlichem Arbeiten und Lernen und die Fähigkeit, den Gesamtprozess zielgerichtet zu steuern und zu kontrollieren.

In der Unternehmenssimulation führen die Teilnehmer anschließend ein virtuelles Unternehmen über acht Perioden durch die Höhen und Tiefen der simulierten Konjunktur zum wirtschaftlichen Erfolg. Dabei steht weniger das externe Rechnungswesen im Vordergrund, als das situationsgerechte Treffen strategischer und taktischer unternehmerischer Entscheidungen (Standortwahl, Personalbeschaffung, Anwendung preispolitischer Instrumente etc.).

Das Besondere an der "Jugend gründet"-Konzeption ist die Kombination aus Ideen-Wettbewerb, Online-Planspiel-Wettbewerb, Wirtschaftssimulation, Lernumgebung und Expertensystem. Die Teilnehmer werden durch Learning by doing an die Themen Existenzgründung und Unternehmensführung herangeführt.

Der Projektkurs "Jugend gründet" ist daher in besonderer Weise geeignet,...

  • ...den Teilnehmern konkretes wirtschaftliches Wissen in der virtuellen Praxis zu vermitteln.
  • ...Jugendliche für das Thema Unternehmensgründung zu sensibilisieren. 
  • ...selbst organisiertes Lernen / e-Learning zu erproben.
  • ...und Kernkompetenzen, zum Beispiel Teamfähigkeit, selbständiges Arbeiten sowie unternehmerisches Denken und Handeln zu schulen

Der Nutzen für die Teilnehmer lässt sich wie folgt beschreiben:

  • Jeder vollständig ausgefüllte Businessplan wird von einer Experten-Jury bewertet. Jedes Team erhält eine individuelle Rückmeldung der Jury.
  • Die Teams mit den besten Businessplänen und die zehn besten Teams des Finales erhalten ein persönliches Feedback der Präsenz-Jury.
  • Die besten 30 Prozent der teilnehmenden Teams erhalten auf Anforderung am Ende der Wettbewerbsphase für ihr Engagement und ihre Leistungen ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme bei "Jugend gründet", das sich im Lebenslauf bei Bewerbungen als sehr vorteilhaft erweisen kann..
  • „Jugend gründet“ ist eine realitätsnahe Vorbereitung auf betriebs- und volkswirtschaftliche Fragestellungen und Entscheidungen im späteren Berufsleben.
  • Die Analyse persönlicher Stärken und Schwächen mit Hilfe der Fragebögen (die unter dem Menüpunkt "Teilnehmer" zum Download bereit stehen) erlauben eine frühzeitige berufliche Orientierung.
  • Nach der Schule wartet auf die Schülerinnen, Schüler und Auszubildenden eine anspruchsvolle Arbeitswelt. Durch die Teilnahme an "Jugend gründet" werden für den Erfolg im Berufsleben entscheidende "Soft Skills" gefördert.
  • Die Mitarbeit bei „Jugend gründet“ fördert die unternehmerische Handlungs­kompetenz und bietet damit eine gute Vorbereitung auf die Arbeitswelt der Zukunft, in der zunehmend unternehmerische Eigenschaften wie Eigeninitiative, Veränderungs­bereitschaft, Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Belastbarkeit gefordert sein werden.

Im letzten Schuljahr gelang den vier Auszubildenden Industriekaufleuten des Teams LiPro ein sensationeller erster Platz in der Businessplanphase. Svenja Müller, Franziska Friemel, Janine Müller und Lukas Müller-Langhardt entwickelten ein Konzept zur Vermeidung der jährlichen Vernichtung von elf Millionen Tonnen Lebensmitteln, was einem Warenwert von 25 Milliarden Euro entspricht. Um diese Verschwendung zu verringern, entwarfen die vier Berufsschüler des FLB einen Businessplan für einen spezialisierten Lebensmittelmarkt, in dem krumm gewachsenes Obst und Gemüse sowie Lebensmittel verkauft werden, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist.

Bild: Svenja Müller, Janine Müller und Lukas Müller-Langhardt mit ihrer Kurslehrerin Sabine Baum (v. l.) beim Zwischenfinale in Leipzig

Mit dem besten von insgesamt 635 Businessplänen hatte sich das Schülerteam unseres Berufskollegs für das Zwischenfinale von Jugend gründet im April 2016 in Leipzig qualifiziert. Zu dem zweitägigen Event gehörte neben den Präsentationen der Geschäftsideen auch ein interessantes Rahmenprogramm für die Teilnehmer: eine Betriebsbesichtigung des Unternehmens Kirow, dem Weltmarktführer für Eisenbahnkrane und Schlackentransporter sowie spannende Vorträge, u.a. von drei Existenzgründern, die von ihren Gründungserfahrungen berichteten und den Teilnehmern wertvolle Tipps gaben.

Mit ihrer hervorragenden Geschäftsidee und einer erfolgreichen Teilnahme an der Planspielphase gelang dem LiPro-Team schließlich die Platzierung unter den zehn Top-Teams bundesweit und damit die Qualifizierung zum „Jugend gründet“-Bundesfinale am 16. Juni 2016 im Wolfsburger phaeno. Auf dieser „Zukunftsgründermesse“ musste das Team um virtuelles Kapital für seine Geschäftsidee wetteifern.

Bild: Franziska Friemel, Janine Müller und Lukas Müller-Langhardt (v. l.) beim Bundesfinale in Wolfburg

Für ihre Gesamtleistung im Wettbewerbsjahr 2015/2016 erzielten die Schüler des Teams LiPro einen ausgezeichneten 8. Platz. Die Schüler gehören damit zu den besten von 3.697 Teilnehmern im Wettbewerbsjahr 2015/2016. Im Rahmen der Siegerehrung wurde das Schülerteam aus Bonn zudem mit dem Sonderpreis NRW ausgezeichnet. Die Technische Universität Dortmund und die tu>startup STIFTUNG in der Dortmund-Stiftung luden das Team aus Bonn zu einem Gründungswochenende nach Dortmund ein.

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